Geschwisterlichkeit und Frieden
Am 31. Dezember 1990, bei der offiziellen Übergabe der Verfügungsgewalt über das frühere Sachranger Lindeheim an Schwester Ludwigis Fabian, wurden handschriftlich in einem Dokument Zweck und Ziel niedergelegt, denen das Haus in Zukunft dienen sollte. In diesem Dokument heißt es u.a.:
Das Haus der Stille dient der Pflege des ungegenständlichen kontemplativen Gebetes und der Führung auf dem Zenweg als spirituelle Grundlage für den Einsatz im Alltag mit dem Ziel, Geschwisterlichkeit und Frieden unter den Menschen herzustellen.
Ein beharrlicher Einsatz dieser Art ist nur möglich, wenn er dem Herzen und der Tiefe des Bewusstseins entspringt. Dieser Ursprung wird vor allem in der Erfahrung der Transzendenz gefunden, die Quelle der Religionen und Ziel der mystischen Wege ist.
Christliche Kontemplation als ungegenständliches Gebet und Zen sind zwei dieser spirituellen Wege, in die ernsthaft Suchende in unserem Haus von anerkannten Lehrkräften eingeführt und begleitet werden. Geduld mit sich selbst und Ausdauer in der inneren Übung sind auf diesen Wegen unerlässlich, denn sie sind Lebenswege. Nach längerer Zeit beharrlicher Übung stellt sich langsam das Gefühl der Befreiung ein, auch Heiterkeit, Frieden und Sinnerfüllung. Im Alltag sind wir dann präsent mit wacher Aufmerksamkeit, Offenheit und Zugewandtheit für das jeweils Nächste. Ein solcher Lebensvollzug aus einer spirituellen Mitte befähigt zunehmend zu stabilen zwischenmenschlichen Beziehungen und fördert den Respekt und das Mitgefühl für alle fühlenden Wesen.
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